Webflow oder Custom Code: Was wirklich zählt
Webflow ist schnell, visuell und bequem. Aber bei Kosten, Eigentum, Performance und Wachstum lohnt sich für Unternehmen ein genauer Blick.

Webflow ist überall. YouTube-Tutorials, LinkedIn-Posts, Agentur-Websites: Der Ton ist meistens gleich. Professionelles Design, kein Entwickler nötig, in wenigen Wochen live.
Das stimmt, solange das Projekt einfach bleibt.
Wer ernsthaft überlegt, eine Unternehmenswebsite darauf zu bauen, sollte sich ein paar Fragen stellen, bevor die erste Rechnung kommt. Nicht weil Webflow schlecht ist. Sondern weil gute Werkzeuge trotzdem an Grenzen kommen, wenn sie für den falschen Zweck eingesetzt werden.
Was Webflow gut kann
Webflow ist ein visueller Website-Builder mit integriertem CMS, Hosting und Designwerkzeug. Designer bauen direkt im Browser, sehen sofort das Ergebnis und müssen nicht erst ein lokales Projekt aufsetzen, Pakete installieren oder einen Server konfigurieren.
Für viele Anwendungsfälle ist das praktisch.
Eine Kampagnenseite, die drei Monate laufen soll. Ein Prototyp für ein neues Angebot. Eine kleinere Marketingseite, die ein Team selbst anpassen möchte. In solchen Fällen ist Webflow eine vernünftige Wahl. Man bekommt schnell etwas online, das ordentlich aussieht, und muss sich nicht mit Infrastruktur beschäftigen.
Auch die Templates sind oft solide. Wer mit einer klar begrenzten Website startet und keine ungewöhnliche Inhaltsstruktur braucht, kann mit Webflow zügig vorankommen. Das ist kein kleiner Vorteil. Geschwindigkeit am Anfang ist manchmal wichtiger als perfekte Architektur.
Der Punkt ist nur: Eine Unternehmenswebsite ist selten nur der Anfang. Sie wächst. Es kommen Sprachen dazu, neue Landingpages, strukturierte Inhalte, Animationen, Integrationen, SEO-Anforderungen, Tracking, vielleicht ein anderes Hosting, vielleicht ein Redesign. Spätestens dann merkt man, ob das Werkzeug mitwächst oder nur am Anfang angenehm war.
Die Rechnung, die am Anfang niemand zeigt
Webflow wirkt auf den ersten Blick günstig. Kein Entwicklungssetup, kein Hostingvertrag, kein Wartungssystem. Ein Plan, eine Oberfläche, fertig.
Die laufenden Kosten sind trotzdem nicht zu ignorieren. Nach Webflows Plan- und Preisänderungen 2026 liegt ein CMS-fähiger Site-Plan im Bereich von rund 25 Dollar pro Monat bei jährlicher Zahlung. Für einfache statische Seiten gibt es günstigere Pläne, aber sobald ein CMS gebraucht wird, ist man in einer höheren Stufe.
Mehrsprachigkeit kommt dazu. Webflows Localization ist ein eigenes Add-on und wird pro zusätzlicher Sprache berechnet. Die primäre Sprache ist eingeschlossen – nur weitere Locales werden berechnet. Der Essential-Plan liegt bei rund 9 Dollar pro Monat und Sekundärsprache, Advanced bei rund 29 Dollar pro Monat. Für Deutsch und Englisch bedeutet das im günstigeren Fall rund 9 Dollar pro Monat zusätzlich.
Ein typisches kleines Unternehmenssetup mit CMS und zwei Sprachen landet damit schnell bei etwa 34 Dollar pro Monat. Das sind rund 408 Dollar im Jahr und über drei Jahre ungefähr 1.224 Dollar, ohne zusätzliche Workspace-Kosten für Teamzugänge.
Zum Vergleich: Ein kleiner VPS für eine performante Unternehmenswebsite liegt oft bei etwa 10 bis 15 Dollar pro Monat. Kirby CMS kostet für kleinere kommerzielle Projekte 99 Euro einmalig pro Website. Über drei Jahre sind das grob 540 Dollar Hosting plus die einmalige Kirby-Lizenz.
| Webflow (CMS + 2 Sprachen) | Custom (VPS + Kirby) | |
|---|---|---|
| Pro Monat | ~34 $ | ~10 – 15 $ |
| Pro Jahr | ~408 $ | ~120 – 180 $ |
| Über 3 Jahre | ~1.224 $ | ~540 $, inklusive der einmaligen Kirby-Lizenz |
Natürlich ersetzt diese Rechnung nicht die Entwicklungskosten. Eine individuelle Website kostet am Anfang mehr als ein Webflow-Template. Aber die laufende Kostenstruktur ist eine andere. Bei Webflow mietest du dauerhaft Plattform, CMS, Hosting und Zusatzfunktionen. Bei einem maßgeschneiderten Setup bezahlst du vor allem für die Entwicklung eines Systems, das dir gehört.
Die günstige No-Code-Lösung ist über mehrere Jahre nicht automatisch günstiger. Sie fühlt sich nur am Anfang kleiner an.
Wem gehört deine Website?
Das klingt dramatischer, als es gemeint ist. Natürlich gehört dir dein Design, deine Marke, dein Inhalt. Aber die technische Form deiner Website liegt bei Webflow in einer proprietären Plattform.
Webflow erlaubt einen Code-Export. Das klingt beruhigend, bis man genauer hinsieht. Exportiert werden im Wesentlichen statisches HTML, CSS, JavaScript und Assets. CMS-Inhalte, Formulare, Interaktionen und E-Commerce-Funktionen kommen nicht vollständig mit, ein häufiger Kritikpunkt an Webflow bei wachsenden Unternehmensseiten. Was übrig bleibt, ist selten eine saubere Grundlage für die Weiterentwicklung.
In der Praxis heißt das: Wer von Webflow weg möchte, baut meistens neu.
Das ist nicht ungewöhnlich für Website-Builder. Sie verkaufen nicht nur Code, sondern eine Umgebung. Das ist bequem, solange man bleibt. Es wird teuer, sobald man gehen will.
Preisänderungen machen diesen Punkt greifbar. Wenn eine Plattform Pläne umstrukturiert oder Preise erhöht, hast du als Kunde nur begrenzte Optionen. Zahlen, migrieren oder neu bauen. Das ist kein spezielles Webflow-Problem, sondern das Grundprinzip geschlossener Plattformen. Man wohnt zur Miete. Schön gestrichen vielleicht, aber zur Miete.
Bei einem Setup mit Nuxt und Kirby CMS ist das anders. Nuxt baut das sichtbare Frontend. Kirby verwaltet Inhalte im Hintergrund. Die Inhalte liegen als einfache Textdateien auf dem eigenen Server. Sie lassen sich versionieren, sichern, verschieben und mit Git nachvollziehen. Wenn der Hoster gewechselt werden soll, wird kein Plattformvertrag gekündigt, sondern ein Projektordner umgezogen.
Das ist weniger spektakulär als ein visueller Editor. Aber langfristig ist es ein großer Unterschied.
Performance: Gut für einfache Seiten, begrenzt bei komplexeren Projekten
Webflow kann schnelle Seiten bauen. Gerade einfache Seiten ohne viel Logik, ohne große Medienlast und ohne komplexe Interaktionen können ordentliche Werte erreichen.
Die Grenzen zeigen sich eher bei Projekten, die wachsen. Viele CMS-Collections, Animationen, eingebettete Dienste, Tracking-Skripte und dynamische Inhalte erhöhen die Arbeit, die der Browser erledigen muss. Core Web Vitals, also Googles Messwerte für Ladezeit, Stabilität und Reaktionsgeschwindigkeit, reagieren darauf empfindlich. Einen ähnlichen Unterschied beschreibt auch dieser Vergleich von Webflow und Custom Code.
Das ist nicht nur ein technisches Hobbythema. Ladezeit beeinflusst Suchmaschinenranking, Absprungrate und Conversion. Wenn eine Seite erst nach mehreren Sekunden sauber reagiert, ist der Interessent nicht beeindruckt von der Toolwahl. Er ist weg.
Bei Nuxt kann eine Seite server-seitig gerendert oder statisch generiert werden. Vereinfacht gesagt: Der Browser bekommt fertiges HTML, statt sich die Seite erst mühsam zusammenzubauen. Kirby liefert die Inhalte, Nuxt setzt sie sauber zusammen, und das Ergebnis ist von Anfang an auf gute Ladezeiten ausgelegt.
Das bedeutet nicht, dass jede Nuxt-Seite automatisch schnell ist. Man kann mit jedem Werkzeug Unsinn bauen, das Internet arbeitet täglich an neuen Beweisen. Aber die Architektur legt eine bessere Grundlage. Performance ist kein nachträgliches Plugin und keine Checkliste kurz vor Launch. Sie steckt im Aufbau.
Animationen: Wo Webflow angenehm startet und dann eng wird
Webflow Interactions sind gut für Standardanimationen. Elemente einblenden, Hover-Effekte, einfache Scroll-Bewegungen, ein bisschen Bewegung beim Seitenaufbau. Dafür ist das Werkzeug gebaut, und dafür funktioniert es gut.
Komplexere Animationen sind eine andere Kategorie. GSAP ScrollTrigger, SplitText, Pfad-Animationen, fein abgestimmte Sequenzen, Animationen, die mit Daten oder Layoutzuständen zusammenspielen: Irgendwann landet man bei Custom Code.
Custom Code in Webflow bedeutet oft: Code-Snippets in Textfelder kopieren. Das funktioniert, ist aber kein besonders angenehmer Ort, um anspruchsvolle Animationen zu entwickeln. Kein echtes IDE-Feedback, keine Typsicherheit, kein sauberer Git-Diff, kein normaler Review-Prozess. Fehler melden sich manchmal mit der Eleganz eines verschlossenen Briefkastens.
Das ist kein Vorwurf an Webflow. Es ist nicht dafür gebaut, eine vollwertige Entwicklungsumgebung zu ersetzen.
In einem Nuxt-Projekt ist Animation Teil der Codebasis. GSAP-Komponenten lassen sich modular aufbauen, testen, wiederverwenden und sauber versionieren. Wenn später etwas geändert wird, sieht man im Git-Diff genau, was passiert ist. Das klingt trocken, aber trockene Dinge sind oft genau das, was ein Projekt nach sechs Monaten rettet.
Der KI-Vorteil von echtem Code
Ein Punkt wird in der Webflow-Diskussion oft übersehen: KI-Tools können mit Codeprojekten deutlich besser arbeiten als mit geschlossenen visuellen Editoren.
Bei Webflow liegt ein großer Teil der Website in einer Oberfläche, auf die ein KI-Agent nicht direkt sinnvoll zugreifen kann. Er kann erklären, planen oder Snippets vorschlagen. Aber er kann nicht zuverlässig durch das Projekt gehen, Komponenten umbauen, Inhaltsmodelle anpassen, Git-Diffs prüfen und Änderungen direkt in der Codebasis umsetzen.
Bei Nuxt und Kirby ist das anders. Die Struktur liegt in Dateien. Komponenten, Blueprints, Inhalte, Übersetzungen, Routen, Metadaten: alles ist lesbar. KI kann darin arbeiten wie ein sehr schneller Assistent, solange ein Entwickler die Entscheidungen führt und die Ergebnisse prüft.
Kirby verstärkt diesen Vorteil, weil Inhalte als Textdateien gespeichert werden. Mehrsprachige Inhalte, strukturierte Landingpages oder neue Blogbeiträge lassen sich direkt im Projekt anlegen und bearbeiten. Kein Datenbankzugriff, kein Export, kein Import-Skript.
Das ersetzt keine Strategie und kein gutes Auge. Aber es spart Zeit bei den Teilen, die sonst viel manuelle Fleißarbeit wären. Gerade für Unternehmen, die regelmäßig Inhalte veröffentlichen oder viele ähnliche Seiten brauchen, ist das ein realer Vorteil.
Wann Webflow trotzdem die richtige Wahl ist
Webflow macht Sinn, wenn das Projekt klar begrenzt ist:
- Eine Kampagnenseite mit kurzer Laufzeit
- Ein MVP-Test, bei dem es vor allem um Geschwindigkeit geht
- Ein Marketing-Team, das ohne Entwickler kleine Layoutänderungen machen möchte
- Eine Website ohne Mehrsprachigkeit, komplexe Inhaltsstruktur oder besondere Integrationen
Auch wenn das Budget für individuelle Entwicklung noch nicht vorhanden ist, kann Webflow ein guter Zwischenschritt sein. Eine funktionierende einfache Website ist besser als ein perfektes Konzept, das nie online geht.
Wer eine Visitenkartenseite braucht und nicht plant, sie stark auszubauen, muss nicht aus Prinzip Custom Code bestellen. Das wäre ungefähr so sinnvoll wie ein Lastenrad für den Weg vom Sofa zum Kühlschrank.
Die Frage ist nicht: Ist Webflow gut oder schlecht? Die Frage ist: Passt es zu dem, was die Website in den nächsten Jahren leisten soll?
Was ich stattdessen baue
In meinen Projekten setze ich meistens auf Nuxt als Frontend und Kirby CMS als Headless-Backend.
Nuxt gibt dem Projekt eine klare Struktur. Seiten, Komponenten, Datenabfragen und Serverlogik haben feste Orte. Das macht Entwicklung schneller, Wartung einfacher und spätere Änderungen berechenbarer. Je nach Projekt kann Nuxt Seiten statisch generieren oder server-seitig rendern. Beides ist eine gute Grundlage für Performance und SEO.
Kirby übernimmt die Inhalte. Das Panel wird individuell auf das Projekt zugeschnitten, damit Redakteure nur die Felder sehen, die sie wirklich brauchen. Keine Plugin-Landschaft, kein Theme-Baukasten, keine Datenbankpflicht. Inhalte liegen als Textdateien im Projekt und bleiben damit portabel, versionierbar und KI-kompatibel.
Für Animationen nutze ich GSAP. Nicht weil jede Website Kino braucht, sondern weil gute Bewegung Orientierung geben kann. Ein sauberer Scroll-Effekt, eine präzise Sequenz, eine kleine Interaktion an der richtigen Stelle: Das wirkt hochwertig, wenn es dem Inhalt dient. Und es bleibt wartbar, wenn es Teil der Codebasis ist.
Wie dieser Workflow im Detail aussieht, habe ich im Beitrag Headless Workflow mit Kirby CMS und Nuxt beschrieben. Wenn dich vor allem der CMS-Vergleich interessiert, ist Kirby CMS vs. WordPress der bessere Einstieg.
Am Ende geht es nicht darum, Webflow schlechtzureden. Für bestimmte Projekte ist es ein gutes Werkzeug. Aber wenn eine Website langfristig wachsen, schnell bleiben, sauber gepflegt und unabhängig betrieben werden soll, lohnt sich Custom Development früher, als viele denken.
Wenn du dir nicht sicher bist, ob Webflow für dein Vorhaben wirklich die richtige Wahl ist, oder ob deine bestehende Webflow-Seite an Grenzen stößt, schreib mir kurz. Ein Gespräch reicht meistens, um das einzuordnen.
mail@eugen.workDieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI ausformuliert und übersetzt.