← Zum Blog

Kirby CMS vs WordPress: Der ehrliche Vergleich

Kirby CMS vs WordPress: Wo WordPress an Grenzen stößt, warum Kirby bei Sicherheit und Wartung punktet und für wen sich der Wechsel lohnt.

·3 Min. Lesezeit·von Eugen Regehr
Kirby CMSWordPressCMSWebentwicklung
Kirby CMS vs WordPress: Der ehrliche Vergleich
Kirby CMS vs. WordPress – ein ehrlicher Vergleich zweier unterschiedlicher Ansätze im Content-Management.

WordPress läuft auf rund 43 Prozent aller Websites weltweit. Kirby CMS kennt dagegen kaum jemand. Das macht den Vergleich interessant, denn weit verbreitet und am besten geeignet sind nicht immer dasselbe.

WordPress und Kirby CMS kurz vorgestellt

WordPress gibt es seit 2003 und es läuft heute auf rund 43 Prozent aller Websites weltweit. Das System basiert auf einer Datenbank, einem strukturierten Datenspeicher, auf den die Website bei jedem Aufruf zugreift. Fertige Themes übernehmen das Design, tausende Plugins erweitern die Funktionen. Für Blogs, Magazine und einfache Unternehmenswebsites ist das ein bewährter Weg mit großer Community und vielen fertigen Lösungen.

Kirby CMS stammt aus München und verfolgt einen anderen Ansatz. Inhalte werden nicht in einer Datenbank gespeichert, sondern als einfache Textdateien direkt auf dem Server abgelegt. Es gibt keine vorgefertigten Themes und kein Standard-Layout. Jedes Projekt wird individuell aufgebaut, auf Basis der tatsächlichen Anforderungen. Das macht Kirby kleiner, fokussierter und kontrollierbarer als WordPress.

Die Vorteile von Kirby CMS gegenüber WordPress

Keine Datenbank, Inhalte als Textdateien

Bei Kirby liegt jede Seite als lesbare Datei auf dem Server. Das klingt nach einem technischen Detail, hat aber spürbare Konsequenzen im Alltag.

Backups brauchen kein spezielles Plugin oder Datenbank-Export-Tool. Man kopiert den Projektordner, fertig. Versionierung, also das Nachverfolgen von Änderungen (wer hat wann was geändert), lässt sich mit Git einrichten. Git ist ein Standardwerkzeug in der Softwareentwicklung, das jeder Entwickler ohnehin kennt und nutzt.

Besonders interessant für moderne Setups: Textdateien lassen sich direkt von einem Sprachmodell (also einem KI-System wie ChatGPT oder Claude) lesen und strukturieren. Inhalte können so schneller angelegt und befüllt werden, ohne manuellen Aufwand im Backend. Bei einer klassischen Datenbankarchitektur wäre das deutlich aufwändiger.

Kein Plugin-Wirrwarr, mehr Sicherheit

Die häufigste Ursache für gehackte WordPress-Seiten sind veraltete oder schlecht gepflegte Plugins. Wer drei Plugins für Formulare, zwei für SEO und eines für den Cookie-Banner installiert hat, pflegt damit auch sechs potenzielle Angriffspunkte.

Kirby hat keine Datenbank und damit kein Risiko für SQL-Injection. SQL-Injection ist eine gängige Angriffsmethode, bei der Angreifer schadhaften Code über Datenbankabfragen einschleusen. Diesen Angriffsweg gibt es bei Kirby schlicht nicht.

Das Setup bleibt minimal: nur das, was das Projekt wirklich braucht. Das macht Wartung langfristig berechenbarer und hält die Angriffsfläche klein.

Kirby CMS oder WordPress: Für wen lohnt sich der Wechsel?

Beiden Systemen gerecht zu werden, ohne dabei unehrlich zu sein, ist eigentlich ganz einfach.

WordPress macht Sinn, wenn eine standardisierte Lösung ausreicht, Community-Ressourcen und Plugin-Auswahl wichtig sind oder kein Budget für individuelle Entwicklung vorhanden ist. Wer bereits ein gut laufendes WordPress-System betreibt und keine akuten Probleme hat, muss nicht wechseln, nur weil Kirby existiert.

Kirby CMS lohnt sich, wenn das Projekt eine maßgeschneiderte Inhaltsstruktur braucht, Sicherheit und einfache Wartbarkeit langfristig mehr zählen als eine schnelle Standardlösung oder die Website mit dem Unternehmen wachsen soll, ohne bei jeder Erweiterung an technische Grenzen zu stoßen.

In meinen Projekten setze ich Kirby in der Regel als sogenanntes Headless-Backend ein. Headless bedeutet: Kirby verwaltet die Inhalte im Hintergrund, Nuxt baut daraus das sichtbare Frontend. Diese Kombination ergibt Websites, die schnell laden, individuell gestaltet sind und sich ohne Entwicklerkenntnisse auf Redakteurseite pflegen lassen.

Häufige Fragen
Für den Einstieg und private Projekte ist Kirby CMS kostenlos. Für kommerzielle Projekte kostet eine Basic-Lizenz 99 Euro einmalig pro Website. Laufende Lizenzgebühren gibt es nicht.
Als Redakteur brauchst du keine Programmierkenntnisse. Kirby hat ein übersichtliches Panel, also eine webbasierte Oberfläche, über die Inhalte gepflegt werden. Die Einrichtung und individuelle Anpassung übernimmt ein Entwickler.
Ja, das ist technisch möglich. Bestehende Inhalte lassen sich migrieren, das Frontend wird neu aufgebaut. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vom Umfang des Projekts ab. Ein kurzes Gespräch reicht meistens aus, um das einzuschätzen.
Interesse an einem Wechsel?

Falls dich das neugierig gemacht hat: Schreib mir kurz worum es bei deinem Projekt geht. Oft reicht ein kurzer Austausch, um zu sehen, ob Kirby CMS headless mit Nuxt für deinen Fall die richtige Kombination ist.

mail@eugen.work